Unsere Ziele:

Eine qualitativ
hochwertige ambulante kinder– und jugendlichenpsychotherapeutische Versorgung soll gewährleisten, dass psychisch erkrankte Kinder, Jugendliche und ihre Eltern möglichst frühzeitig und wohnortnah ein differenziertes psychotherapeutisches Behandlungsangebot finden können. Dabei ist es wichtig, dass die Strukturen ein breites psychotherapeutisches Angebot ermöglichen: von der „Versorgerpraxis“ bis hin zu Praxen, die vorwiegend Einzelpsychotherapien anbieten, von der psychotherapeutischen Einzelpraxis bis hin zu Beratungsangeboten im Rahmen der Jugend- oder Behindertenhilfe oder der stationären Versorgung.
Die Versorgungsangebote sollen den Verbleib des Patienten im familiären, sozialen und schulischen Umfeld ermöglichen und gleichzeitig bei Bedarf ausreichend stationäre Behandlungsmöglichkeiten in Krankenhäusern und teil-, stationären Einrichtungen der Jugendhilfe vorhalten.

Im ambulanten Sektor ist eine
Bedarfsplanung nötig, die sich an der Morbidität und den regionalen Besonderheiten orientiert. Hierzu hat die BPtK Vorschläge unter Beibehaltung der 20%-igen Mindestquote für die Behandlung von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen erarbeitet, die nun dem G-BA zur Verfügung gestellt werden und die einen Einstieg in eine Bedarfsplanung ermöglicht, die die Morbidität und demographische Faktoren berücksichtigt. Es ist notwendig und sinnvoll, dass die PTK Bayern den regionalen Steuerungsgremien mit Stimmrecht angehört. Ferner haben wir uns an der vom BMG in Auftrag gegebenen Bedarfsermittlung für die Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher beteiligt, die von der Aktion Psychisch Kranke durchgeführt wird.

In
stationären und teilstationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie, der Kinder- und Jugendpsychosomatik oder der Jugendhilfe sollten Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen in ausreichender Zahl angestellt sein und entsprechend vergütet werden.
Die Schnittstellen von ambulantem, teilstationärem und stationärem Bereich sind zu verbessern. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Kinder– und JugendlichenpsychotherapeutInnen, Kinder– und JugendpsychiaterInnen, ÄrztInnen, SozialpädagogInnen und – arbeiterInnen und LehrerInnen ist weiter auszubauen. Notwendige Leistungen hierfür sind zu vergüten.

Im Rahmen der Diskussion zur
Ausbildungsreform bzw. zur Novellierung des Psychotherapeutengesetzes wird immer wieder behauptet, dass der Beruf des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten abgeschafft wird und die Versorgung von Kindern und Jugendlichen darunter leiden wird. Diese Gefahr droht in der Tat, aber nicht durch die Reform, sondern wenn alles so bleibt wie es seit 1999 ist. Durch die Bachelorisierung des gesamten Berufsstands droht ein Absinken in einen Heilhilfsberuf. Das kann durch eine vernünftige Reform der Aus- und Weiterbildung vermieden werden. Ein Hochschulstudium, das zur Approbation zum Psychotherapeuten führt, an das eine fünfjährige Weiterbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, die auch die wissenschaftlich anerkannten Verfahren vertieft und zum Fachkundenachweis für die GKV und für leitende Positionen in der stationären Versorgung führt, wird gewährleisten, dass die Identität der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und ihr Versorgungsangebot erhalten und auf Dauer gesichert bleibt.
Für bereits approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten würde sich nichts ändern – außer, dass sie nach einer entsprechenden Novellierung des Psychotherapeutengesetzes
die berufsrechtliche Erlaubnis erhalten können, künftig auch erwachsene Patienten zu behandeln. Dafür werden wir uns einsetzen!

Wir treten ein für zukunftsorientierte Strukturen in der Aus- und Weiterbildung, aber auch in der Versorgung von psychisch kranken und belasteten Kindern, Jugendlichen und deren Familien.


Wir setzen uns ein für

  • eine leistungsgerechte Vergütung für Niedergelassene und Angestellte (weitere Informationen hier)
  • einen besseren Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Stigmatisierung und Diskriminierung
  • eine Bedarfsplanung, die sich an der Morbidität der Bevölkerung orientiert und regionale Besonderheiten unter Mitwirkung der PTK Bayern ausreichend berücksichtigt
  • eine Verhinderung des Abbaus psychotherapeutischer Praxen, wie es das GKV-VStG ermöglicht
  • die Weiterführung der Kostenerstattung für psychotherapeutische Leistungen nach § 13 SGB V
  • den Erhalt der bewährten ambulanten niederschwelligen Hilfen des SGB VIII für Kinder, Jugendliche und deren Familien ohne Kostenbeteiligung
  • eine bessere Vernetzung der Versorgungssegmente im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich (weitere Informationen hier)
  • eine Förderung des kollegialen Austauschs von Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen und Kinder- und JugendpsychiaterInnen
  • eine Legaldefinition von Psychotherapie, die die Breite der psychotherapeutischen Tätigkeit widerspiegelt und ermöglicht (weitere Informationen hier)
  • eine Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung aller MigrantInnen, insbesondere von geflüchteten Menschen
  • eine Psychotherapeutenausbildung, die auf Masterniveau abschließt und ausreichend wissenschaftlich und praktisch für Forschung, Lehre und Anwendung qualifiziert und dabei die wissenschaftlichen Grundlagen der Psychotherapie aus der Psychologie, der (Sozial-)Pädagogik, der Medizin, der Soziologie, der Philosophie, der Rechtswissenschaften einschließt
  • eine mindestens 5-jährige Weiterbildung in Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, die die hohe Qualität der Versorgung sichert und
  • den Erhalt der Fachgebietsbezeichnung „Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut“
  • eine effektive Vertretung unseres Berufsstandes unter verantwortungsbewusstem Umgang mit den Ressourcen der Kammer

Unsere Kandidatinnen und Kandidaten sind in eigener Praxis oder in Institutionen tätig. Sie wenden unterschiedliche psychotherapeutische Verfahren an (Verhaltenstherapie, analytische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, humanistische, systemische Psychotherapie und traumabezogene Spieltherapie) und kommen aus unterschiedlichen bayerischen Regionen.  

Wir mischen uns ein, wenn gesellschaftliche Bedingungen die psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gefährden oder behindern!

Wir vertreten unsere berufsständischen Interessen eigenständig und kompetent und bitten Sie um Ihre neun Stimmen!

Unser Info-Flyer zum download